Vortrag von Thomas Kain – 18. März 2026
Mit Isabelle Waldberg-Farner (1911–1990) hat die Gemeinde Stammheim ihre wohl berühmteste Künstlerin hervorgebracht – eine Persönlichkeit, die in ihrem ursprünglichen Lebensraum, dem Stammertal, jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
In Zürich studiert die junge Isabelle bei dem Schweizer Bildhauer, Maler und Zeichner Hans Jakob Meyer. 1936 zieht es sie nach Paris, wo sie dem amerikanischen Kunsthistoriker und Schriftsteller Patrick Waldberg begegnet, den sie später heiratet. Durch ihn findet sie Anschluss an den Kreis der Surrealisten um André Breton und Max Ernst – Künstler, die das Denken und die Bildwelt des 20. Jahrhunderts entscheidend prägten. Während des Zweiten Weltkriegs lebt das Paar im Exil in New York. Dort lernt Isabelle Waldberg unter anderem Marcel Duchamp kennen. Nach der Rückkehr nach Europa übernimmt sie dessen Pariser Atelier – eine für ihr weiteres Schaffen prägende Station.
Waldbergs filigrane Skulpturen aus Holz oder Bronze verbinden strukturelle Strenge mit poetischer Leichtigkeit. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Architektur und Traum, zwischen Rationalität und Imagination – ganz im Geist des Surrealismus. Ihre Werke wurden international gezeigt und zeugen bis heute von einer eigenständigen, experimentellen Formensprache.
Mit dem Vortrag von Thomas Kain beginnt im Stammertal die Wiederentdeckung dieser vielseitigen Künstlerin. Kain, Kurator der Fritz Deringer-Stiftung, plant zudem eine Ausstellung mit Werken aus dem Pariser Nachlass der Familie Waldberg. Der Vortrag markiert damit den Auftakt zu einer neuen Auseinandersetzung mit dem Werk dieser aussergewöhnlichen Surrealistin.
Ort: Alters- und Pflegezentrum Stammertal (APZ)
Beginn: 19:30 Uhr
Eintritt: frei – Reservation empfohlen
Die Biographie wurde anlässlich der Ausstellung „In Her Hands“ des Bucerius Kunst Forums Hamburg 2025 von Kuratorin Renate Wiehager erstellt. Die folgenden Bilder zum Werk von Isabelle Waldberg finden sich auf der Website der Künstlerin.
Werk
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Thomas Kain, Kunsthistoriker und Kurator der Deringer Stiftung
Thomas Kain studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Musikwissenschaften in Jena und Weimar und absolvierte Gaststudien in Berlin, Basel und Zürich. Sein Promotionsstudium führte ihn nach Basel, wo er bei Prof. Dr. Gottfried Boehm promovierte und begleitende Forschungsaufenthalte am Getty Research Institute in Los Angeles absolvierte.
Als Dozent, Herausgeber, Kurator und Publizist ist Kain seit vielen Jahren in Deutschland und der Schweiz tätig und hat sich dabei ein breit anerkanntes Profil im Bereich der bildenden Kunst und Kunsttheorie erarbeitet.
Er ist geschäftsführender Verleger des Kunstbuchverlags «fap – fine art publishing», Präsident des «Fördervereins Kunst & Kultur am Zürichsee» sowie Stiftungskurator der Fritz Deringer-Stiftung. In allen Funktionen verbindet er wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Kulturvermittlung und engagiert sich für die Förderung zeitgenössischer Kunst und künstlerischer Bildung.

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